Ratswecker August 2011: Angst vor dem Altwerden in Oldenburg?

Angst vor dem Altwerden in Oldenburg?

Für eine Politik gegen Ausgrenzung

 

Von Jonas Christopher Höpken

 

2030: Oldenburg, eine Stadt der Alten? Ja, die Gesellschaft wird älter. Aber wenn sich die demographischen Verhältnisse ändern, liegt es in unseren Händen, was wir daraus machen.

Der demographische Wandel lässt sich politisch beeinflussen. Der Schlüssel für eine gute Zukunft ist die Garantie vernünftiger sozialer Verhältnisse. Durch die neoliberale Politik der letzten Jahrzehnte wurde sehenden Auges eine Situation herbeigeführt, in der junge Menschen massenhaft mit befristeten Arbeitsverträgen, Erwerbslosigkeit und Niedriglöhnen konfrontiert sind. Diese Politik der systematischen Herbeiführung prekärer Lebensverhältnisse muss korrigiert werden, damit junge Menschen ihre Zukunft planen können. Genau so wichtig ist es, nicht bewusst Altersarmut herbeizuführen. Doch durch die gezielte Desavouierung der gesetzlichen Rentenversicherung, die Rente erst mit 67 und die Privatisierung des Rentensystems geschieht genau dies. Niedriglöhne führen zu Armutsrenten. Ein gesetzlicher Mindestlohn von 10,00 Euro, wie ihn DIE LINKE fordert, wäre nur ein erster kleiner Schritt, um diesen Skandal zu verändern.

Für ein gutes und gerechtes Miteinander der Generationen ist es wichtig, die demokratische Teilhabe der Generationen zu stärken. DIE LINKE will in Oldenburg die Bedingungen dafür verbessern, dass alle alten Menschen tatsächlich an den kommunalen Entscheidungsprozessen teilnehmen können, auch Hochaltrige und die, die von Krankheiten betroffen sind.  Sie und ihre Angehörigen müssen gezielt in die politischen Entscheidungsprozesse in der Stadt einbezogen werden, zum Beispiel durch auf sie zugeschnittene Möglichkeiten, den Bürgerhaushalt mitzugestalten. Sie müssen außerdem in einem sozialen Umfeld leben können, das gegen Isolation angeht. Zur Verbesserung der ambulanten Versorgung auch hochbetagter Menschen wollen wir von der Stadt geförderte Betreuungsgruppen mit entsprechenden niedrigschwelligen Tagesangeboten. Wir wollen in Oldenburg alternative Wohnformen im Alter fördern und ausbauen, insbesondere auch gemeinsame Wohnformen für mehrere Generationen. Wir kämpfen für eine Gesellschaft, in der sich niemand abgeschoben und ausgegrenzt fühlt.