Kirche und Leben, 22.01.2018: Bei der Linken und in der KAB – Jesus nicht für eine Partei vereinnahmen

Ein Parteifreund von Jonas Höpken ist fest überzeugt: Jesus würde „Die Linke“ wählen. Weil die für einen Mindestlohn, für menschenwürdige Jobs und gegen Kriegseinsätze der Bundeswehr sei. Genau passend zur Botschaft Jesu. Jedenfalls hat er das voriges Jahr beim Wahlkampf so ins Netz gestellt.

Jesus nicht für eine Partei vereinnahmen

Jonas Höpken lacht. Jesus für eine Partei vereinnahmen, davon hält der Sozialarbeiter aus Oldenburg nichts. „Man schließt andere Menschen da zu leicht einfach aus.“ Seine Partei – bei ihm heißt das: Die Linke. Bei ihr ist er seit zehn Jahren Mitglied, für sie sitzt er im Stadtrat von Oldenburg.

Das ist nicht alltäglich. Denn der 45-Jährige hat neben Sozialer Arbeit auch Theologie studiert, ist in der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung groß geworden, sitzt im Bistumsvorstand der KAB. Ein Sozialarbeiter also, der seine Wurzeln in der Kirche hat, dort seinen Glauben lebt. Und zugleich Politiker in einer Partei mit Wurzeln im Marxismus.

Höpken findet das nicht dramatisch. „Ich bin über die KAB in die Politik gekommen. Und habe dort gelernt, wo die Kirche in sozialen Fragen steht.“ Nämlich: Gegen „Diktatur der Wirtschaft“, gegen „soziale Spaltung“, gegen „Konzentration des Reichtums bei einigen wenigen“. Gedanken von Papst Franziskus, die sich auch in einem neuen Grundsatzpapier der deutschen KAB finden. Das hat Jonas Höpken letztes Jahr mit beschlossen. Zugleich Gedanken, die für ihn dem Programm seiner Partei nahe sind.

Der Markt wird zum Götzen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.