Ernährung in Oldenburg

Hier meine Antworten auf die Fragen des Oldenburger Ernährungsrates für die OB-Wahl:

1. Was ist Ihnen beim Einkauf von Lebensmitteln wichtig? Und warum?

Wichtig ist mir natürlich, dass sie schmecken, frisch und gesund sind. Bioprodukte kaufe ich lieber als chemisch belastete, fair gehandelte lieber als welche von Konzernen, die für Ausbeutung bekannt sind. Außerdem kaufe ich am liebsten saisonale und regionale Lebensmittel. Das Verhältnis zwischen Preis und Qualität muss aber auch stimmen.

2. Was sollte sich Ihrer Meinung nach in der Lebensmittelproduktion dringend ändern?

Wir müssen weg von der Massentierhaltung und Fleischverarbeitung unter ausbeuterischen Verhältnissen hin zu einer fairen und nachhaltigen Produktion. Pflanzliche Produkte sollten unter unter natürlichen und biologisch einwandfreien Bedingungen hergestellt werden.

3. Welche Punkte einer kommunalen Ernährungsstrategie finden Sie besonders unterstützenswert?

Wichtig finde ich den Bereich der Ernährungsbildung, vor allem im schulischen Bereich, aber auch Fortbildungsmaßnahmen hinsichtlich des Anbaus und der Verarbeitung von Lebensmitteln.

Eine sehr gute Idee ist in meinen Augen die Schaffung und Verwaltung eines Pools für Anbauflächen.
Gut mit dem allgemeinen Klimaschutz lässt sich die Förderung von Gründächern, die Anpflanzung von Obst und Beerengehölzen in Grünanlagen verbinden. Wichtig ist das geforderte Verbot von Pestiziden in der Stadt.
Auch die Entwicklung eines Nachhaltigkeitskonzeptes für Verpachtung und Catering ist in meinen Augen dringlich.
Weiterentwickelt werden müssen Konzepte zur besseren Resteverwertung in der Gastronomie, die in Oldenburg nach meinem Eindruck derzeit noch nicht gut funktionieren.
Bei der Einführung von Nachhaltigkeitskriterien für Verträge mit Wochenmarktbetreibern muss darauf geachtet werden, dass kleine Händler gegenüber großen Händlern nicht benachteiligt werden.
Ganz zentral finde ich die Förderung regionaler Wertschöpfungsketten, also auch die Förderung der Sichtbarkeit regionaler Erzeugnisse.
Die Förderung des Baumbestandes auf städtischen Flächen ist ein wichtiger Punkt des Programms der Linken: Wir wollen ein Aufforstungsprogramm für ganz Oldenburg und eine Baumschutzsatzung.
Um eine nachhaltige Landwirtschaft zu fördern, halte ich die Entwicklung von Beratungsangeboten in regionaler Kooperation für unverzichtbar.
Wenn eine Ernährungs- und Nachhaltigkeitsstrategie für die Stadt entwickelt werden muss, geht das nur durch eine gute Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Dazu werde ich auch die Einwohnerforen nutzen, die ich in den Stadtteilen installieren möchte.
4. Welche Maßnahmen werden Sie ergreifen, um Oldenburgs Versorgung mit regionalen und       ökologisch erzeugten und fair gehandelten Lebensmitteln zu verbessern?
 

 

Ich würde alle Beteiligten an einen Tisch holen, um eine ausgewogene Strategie dafür  zu entwickeln, insbesondere die Produzenten und Händler, aber auch Verbraucherinitiativen. Dabei finde ich es wichtig,  ich vor allem darauf achten, die Interessen derjenigen zu berücksichtigen, die wenig Geld haben und sich bisher nachhaltige und biologisch einwandfreie Produkte nicht in größerem Umfang leisten können. Daher würde ich in die Entwicklung einer solchen Ernährungsstrategie  auch soziale Initiativen wie die ALSO und sozialpolitisch wichtige Institutionen wie die Wohnungslosenhilfe, aber auch die Gewerkschaften einbeziehen.

5. Welche Bedeutung hat für Sie die Arbeit des Ernährungsrats Oldenburg?

Er gibt ganz wichtige Impulse für eine Ernährungswende in Oldenburg. Er muss daher gestärkt werden. Wichtig finde ich, ihn im eben genannten Sinne mehr als bisher sozialpolitisch zu vernetzen, damit eine gute Ernährung künftig nicht Privileg von gut Verdienenden ist, sondern in der Breite der Bevölkerung verankert wird.

Mit freundlichen Grüßen,
Jonas Christopher Höpken
Ratsherr Die Linke.Oldenburg
Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters in der Stadt Oldenburg